Ziegelei Museum
Lehmstich

Lehmstich und Lehmverarbeitung

Der Lehm wurde im Herbst und Winter, wenn das Wasser tief stand, gestochen. In der warmen Jahreszeit wurde er zu Ziegeln und Backsteinen verarbeitet und gebrannt.

Auf diesem Areal finden sich 1-2 m dicke Lehmlagen von rötlich-gelber Farbe, wohl Ablagerungen des Altwassers der Reuss. Schon seit 1645 wurde der Lehm vom Kloster Frauental zur Ziegelherstellung genutzt und später von der Ziegelei Sins gestochen. Der dichte und schwere Lehm wurde im Herbst und Winter, wenn das Wasser tief stand, abgebaut. Die grossen Brocken wurden auf Haufen geschichtet. Danach wurde der Lehm durchnässt und über den Winter im Freien liegen gelassen. So konnte er sich durch die Frostsprengung selbstständig zersetzen und vermischen. Diesem Vorgang sagt man "mauken".

Im Frühling wurde der Lehm "gesumpft", das heisst, in der Sumpfgrube mit Wasser durchnässt und mittels Stampfen nochmals zerkleinert und durchmischt und von Steinen und Wurzeln gesäubert. Diese Arbeit wurde häufig durch die "Zieglerbuben" verrichtet, welche den Lehm barfuss stampften, damit sie die Einschlüsse spürten.

Der hier vorkommende Lehm ist sehr fett, das heisst, er weist viele Tonteilchen auf. Diese binden viel Wasser. Beim Trocknen und Brennen verdunstet das Wasser, der Ton „schwindet“ und reisst. Die Rissbildung durch den grossen Schwund wird durch Zugabe der sogenannten „Magerung“ verhindert. Als Magerung wurde Sand verwendet, der ebenfalls hier gewonnen werden konnte.

Die ursprüngliche Lehmgrube südlich der Ziegelhütte hat sich nach der Aufgabe des Betriebs 1933 mit Wasser gefüllt. Darin konnte sich im Laufe der Zeit ein Biotop bilden, das 1978 unter Schutz gestellt wurde.

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